• Skip to main navigation
  • Skip to main content
  • Skip to footer
  • Skip to sidebar
Dr. Ivan Kachala, griechisch-katholischer Priester, Spiritual und geistlicher Begleiter, Ehemann und Familienvater
  • DE
Pneumatikos

Pneumatikos

… lasst euch vom Geist entflammen und dient dem Herrn! (Röm 12, 11)

  • Hauptseite
  • Impulse
  • Vorträge
  • Media
  • Über mich
  • Skip to menu toggle button

Monat: August 2025

„Kommt und ruht ein wenig aus“ – von der Urlaubszeit

Categorized in: Impulse Posted on: August 5, 2025 Last updated on: August 7, 2025 Written by: admin
Als ich vor etlichen Jahren meine Ferienbeschäftigung ausgeübt habe, war das für mich nicht nur eine Gutschrift auf dem Konto am Ende des Monats, sondern es waren auch  wertvolle Erfahrungen, die ich in verschiedenen Firmen mit unterschiedlichen Menschen sammeln durfte.…
Weiterlesen

Impulse

  • „Kommt und ruht ein wenig aus“ – von der Urlaubszeit

    Als ich vor etlichen Jahren meine Ferienbeschäftigung ausgeübt habe, war das für mich nicht nur eine Gutschrift auf dem Konto am Ende des Monats, sondern es waren auch  wertvolle Erfahrungen, die ich in verschiedenen Firmen mit unterschiedlichen Menschen sammeln durfte. Manche nannten mich, da sie ja wussten, wo und was ich studiere, „Herr Pfarrer“ mit einer gewissen Achtung auf Hinblick auf meinen künftigen Dienst als Priester, bei manchen aber klang dieses „Herr Pfarrer“ mit einem Unterton – irgendwo zwischen Skepsis und höflicher Distanz. Aber selbst diese letzte Nebelwand löste sich meist nach ein paar Pausengesprächen über Leberkässemmel und Thermoskanne auf. Einige aßen ihre Brotzeit schweigend, einige wollten die ganze Aufmerksamkeit vom Arbeitsteam auf sich ziehen, einige mieden jede Versammlung. Bei vielen angesprochenen Themen, auch hinsichtlich meines „Pfarrerjobs“, künftiger Pfarrer, der gleichzeitig Ehemann und Familienvater ist, gab es keine Hürden und Grenzen. Damals als Theologiestudent und Seminarist was es für mich spannend zu hören, was die Menschen interessiert und bewegt und wo ihre Prioritäten liegen, doch ganz anders als ich es in Hörsälen zu hören gewöhnt war. Deshalb rate ich heute, als Spiritual, jedem Seminaristen, in diese Welt einzutauchen. Ein Thema, das alle interessierte und bei dem alle engagiert mitredeten war und ist sicherlich auch heute noch – der Urlaub: eine Zeit der Erholung und Nicht-zur-Arbeit-Gehen. Fast alle, wie auch ich, freuten sich, wie Kinder auf die Sommerferien, auf diese Zeit. Man sprach mit Begeisterung über all das, was noch vor etwa einem Jahr geplant, gebucht und reserviert wurde. Man zeigte sogar die Fotos und Videos auf Youtube von dem Erholungsort. Die beste Freude ist die Vorfreude pflegt man hierzulande zu sagen. Das ganze Kalenderjahr dreht sich in Berufsleben vieler Menschen um den Urlaub: Ab Weihnachten etwa wird geplant und gesucht, man wartet sehnsüchtig auf diese „Freizeit“. Schließlich kommt er, der Urlaub. Und mit ihm auch der Stress. Die Autobahn ist voll, der Zug hat Verspätung, das Hotel ist doch nicht so „wie auf den Bildern“ und WLAN gibt’s auch keins. Die lange ersehnte Erholung verfliegt manchmal schneller als der Rückflug. Statt aufzutanken, ist man damit beschäftigt, möglichst perfekte Urlaubsbilder für Instagram zu schießen und alle E-Mails im Pool zu beantworten. Und wenn man dann aus dem Urlaub zurückkommt, erzählt man in der Pausenstube wieder davon, jetzt schon vom nächsten Urlaub träumend, der noch in weiter Ferne liegt. Damit Urlaub nicht zur Projektarbeit mit Sonnencreme wird, sondern wirklich Erholung für Leib und Seele bringt, lohnt es sich einen Blick auf Jesus Christus zu werfen. Er war nicht nur Gottes Sohn, sondern auch ganz Mensch: Er kannte Müdigkeit, Hitze, Hunger, Freude und Tränen. Von ihm kann man am besten lernen, wie man sich richtig erholt. Sehr oft ergeht es uns allen ähnlich wie den Aposteln, die Jesus alles berichten, was sie gelernt und getan haben. Nach der anstrengenden Arbeit kommen sie müde und erschöpft, zu ihrem Meister zurück und versammeln sich um ihn. Dann sagt Jesus folgende Worte zu ihnen, die an Aktualität und Bedeutung bis heute nichts verloren haben: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus!“ Mk 6,30. Einsamer Ort als Ort der besonderen Nähe mit Jesus und zugleich als Ort der Erholung. Für beides, das Gebet und die Erholung, sucht Jesus die Einsamkeit auf, auch zusammen mit den Jüngern: Sei es ein Berg oder eine Bootfahrt auf dem See Genezareth. Berge sind gute Orte für Auszeiten. Hoch oben hat man das Gefühl, über den Dingen zu stehen und auch Gott nahe zu kommen. Aber auch das Wasser hat in anstrengenden und heißen Jahreszeiten eine Anziehungskraft und kann Erholung, Erfrischung und Ruhe bringen: Berge und Seen dienen Jesus als Orte der Erholung. „Es geschah aber in jenen Tagen, dass Jesus auf einen Berg ging, um zu beten“ (Lk 6,12). „Jesus zog sich allein von dort mit dem Boot in eine einsame Gegend zurück.“ (Mt. 14,13) Aber was ist dann, wenn wir nirgendswo zum Wasser oder in die Berge verreisen können? Da hilft vielleicht eine Empfehlung von hl. Cyprian von Karthago an seinen Freund Donatus, an einem idyllischen Ruheplätzchen im Garten (oder in der naheliegenden Natur) sich hinzusetzen und auszuruhen. „[…] es ist auch gerade die jetzige Zeit ganz besonders geeignet, es zu erfüllen, da jetzt, dank der Weinlese, der Geist, aller Sorgen ledig, sich seiner Erholung widmen und nach den Mühen des Jahres die übliche, regelmäßig wiederkehrende Ruhe genießen darf. Auch der Ort stimmt mit der Zeit zusammen, und […] vereinigt sich der liebliche Anblick der Gärten, um unsere Sinne zu erquicken und zu erfreuen. Wie angenehm läßt sich hier plaudernd den Tag verbringen und in ernsten Gesprächen unser Herz zur Kenntnis der göttlichen Gebote hinleiten!“[1] Ein Verweilen im Garten ist also für Cyprian der Ort der Erholung und des Auftankens der neuen Kraft, was auch dem hl. Gregor v. Nyssa von seiner Schwester hl. Makrina ans Herz gelegt wird, indem sie ihm Folgendes rät: „Bruder, es ist für dich Zeit, den Leib ein wenig ausruhen zu lassen, da du von der großen Anstrengung der Reise müde geworden bist. […] Da ihr [Makrina] aber dies erwünscht und lieb war, so ruhte ich [Gregor], […] in einem der anliegenden Gärtchen aus, wo ich ein willkommenes Ruheplätzchen vorfand, im Schatten der an den Bäumen gezogenen Weinreben aus.“[2] Urlaub ist für viele das heimliche Zentrum des Jahres – voller Planung, Vorfreude und leider oft auch mit Stress. Doch echte Erholung, die Leib und Seele guttut, braucht nicht immer Sonne, Sand und Flugticket. Jesus selbst zeigt uns: Rückzug, Ruhe und Gebet sind die besten Kraftquellen. Ob in den Bergen, am See oder im eigenen Garten – wer sich mit offenem Herzen zurückzieht, kann dort am ehesten das finden, wonach wir alle suchen: Frieden, neue Kraft – und, wenn er sich finden lässt, vielleicht sogar Gott (Jak 4,8). [1] Cyprian von Karthago, Ad Donatum I (BKV) unter: https://bkv.unifr.ch/de/works/cpl-38/compare/an-donatus-bkv/3/ad-donatum-CSEL#fn:3 [2] Gregor von Nyssa, Vita Macrinae 18 (BKV) unter: https://bkv.unifr.ch/de/works/cpg-3166/versions/lebensbeschreibung-seiner-schwester-makrina-bkv/divisions/20

    …
  • Ewiges Gedächtnis: im Gedenken an P. Michael Prohazka

    Als Spiritual des Collegium Orientale denke immer gerne zurück an den am 28. Juli 2023 verstorbenen, ehemaligen Vizerektor, Archimandrit und Altabt von Geras Michael Proházka. Gerne erinnere ich mich an all die Begegnungen und die Zusammenarbeit mit P. Michael – so nannten wir ihn, und ich kann mit Zuversicht sagen, dass er mit seinem Dasein als Mensch, als Christ und als Priestermönch unsere Gemeinschaft im Collegium Orientale geprägt hat. Er war ein Mensch mit Großbuchstaben geschrieben, der stets menschlich und einfühlsam mit jedem Kollegiaten umging, mit einem großen Herzen und Verständnis für jeden Einzelnen. Sein Menschsein lebte er vor im Bewusstsein, dass das Leben ein Geschenk Gottes ist. Trotz seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen bemühte er sich, seine Lebensfreude und die Hoffnung, die sein Herz erfüllte, auf andere zu übertragen, besonders auf die Kollegiaten. P. Michael verlor nie seinen Sinn für Humor und Geselligkeit. An manchen Freitagen, wenn die Kartoffeln etwas zu trocken waren, eilte er in seine Wohnung, um für alle griechisches Öl oder orientalische Gewürze zu holen, die er stets griffbereit hatte.  Und wenn es nach dem Mittagessen noch einen Kaffee gab, pflegte P. Michael von seiner Familie, seinen Geschwistern zu erzählen, die jeden Morgen vom Vater in die Schule gebracht wurden und, obwohl das damalige Familienauto sehr klein war, passten alle Geschwister hinein, ohne natürlich die Bewunderung und das Schmunzeln der Klassenkameraden zu übersehen… P. Michael lebte sein Christsein vor und setzte Zeichen seines Glaubens. Im Februar 2022 schrieb er in einem Artikel Folgendes: „Ich bin ein Mensch der Hoffnung und werde es immer bleiben! Die Hoffnung wurde mir durch alle Jahre und besonders in den schwierigen Zeiten zum Leitstern meines Lebens. […] Christus selbst ist mit seinem ganzen Leben und Sterben am Kreuz ein Beweis dafür!“ Sein christlicher Glaube und wie er selber formulierte diese christliche Hoffnung spendeten ihm Ausdauer und Mut. Weiter schrieb er: „Ja es macht Sinn, in diesen oft so unsicheren Zeiten nicht zu resignieren und vor allem, wieder aufzustehen und nicht liegen zu bleiben, wenn uns die Umstände zu Boden geworfen haben“. Damit meinte er bestimmt seine schwere Krankheit, die ihm zu schaffen machte.  P. Michael lebte auch sein Mönchpriestersein vor. Nicht nur sein Habit und sein ostkirchlich langer Bart zeichneten ihn dafür aus, sondern sein Gebet, sein Eifer und seine Liebe zu den byzantinischen Gottesdiensten, die er sehr gerne zelebrierte. Und wenn er manches in den ostkirchlichen langen Rubriken ausgelassen oder durcheinander gebracht hat, wurde es oft von ihm mit einem Bibelzitat begründet. Nicht nur in der byzantinischen Spiritualität bewandert, sondern auch in der lateinischen, geprägt vom heiligen Norbert, dem Gründer des Prämonstratenserordens, konnte P. Michael mit den zwei Lungenflügeln atmen, lieben und dienen als Mensch und als Christ und schließlich als Priestermönch.

    …
  • Umgang mit Geld und Eigentum

    Liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst, liebe Kollegiaten! Liebe Mitchristinnen und Mitchristen! „Wie steht es denn um unser Bitten und Beten? Ihr Männer beschäftigt euch bis auf wenige mit Handel, und ihr Frauen helft ihnen beim Gelderwerb. Nur wenige beten mit mir, und diese sind mit ihren Gedanken anderswo, gähnen, wenden sich fortwährend hin und her und können es kaum erwarten, bis der Psalmensänger mit den Versen fertig ist, und sie aus der Kirche wie aus einem Kerker flüchten können und den Gebetszwang los haben.“[1] Mit diesen mahnenden Worten richtet sich der heilige Basilius im Jahr 368 an seine Zuhörerinnen und Zuhörer. Die Stadt Cäsarea und ihr Umland leiden unter einer schweren, langanhaltenden Dürre. Eine Hungersnot hat weite Teile der Bevölkerung erfasst. Basilius spart nicht mit Kritik: Den wohlhabenden Schichten wirft er die Gleichgültigkeit und Untätigkeit vor. Er fordert Einsicht – denn was nützen angehäufte Schätze aus Gold und Silber, wenn es an der nötigen Nahrung fehlt? Wie Basilius anmerkt, kam noch dazu die Gier der Einheimischen, die verbliebenen Vorräte nur für sich selbst zu horten.[2] Der Prediger nimmt kein Blatt vor den Mund. Er kritisiert offen jene, die aus Habgier ihre Mitmenschen übersehen oder sich gar an deren Not bereichern. Für ihn ist das kein Tabuthema – im Gegenteil: Er nennt die Dinge beim Namen. Ganz anders in unserer Zeit, der Postmoderne. Heute spricht man ungern über Geld. Man hat es eben oder auch nicht. Dieses Sprichwort trifft noch immer auf viele zu – und mit ihm wird ein Thema verschwiegen, das unseren Alltag maßgeblich bestimmt. Geld spielt überall eine Rolle – ob in der Weltpolitik oder im privaten Leben. Es sind nur neutrale Papierscheine, und doch üben sie eine enorme Macht aus. Man kann davon nie genug haben – so hört man es jedenfalls oft, gerade auch von jungen Menschen. Doch es liegt eine große Gefahr darin, wenn das Geld über alles andere gestellt wird – sogar über Gott. Die Liebe zum Geld, die Gier nach immer mehr, lässt den Mammon an die erste Stelle im Leben vieler Menschen treten. Dieser Mammon wird so zum Götzen, der Verehrung und Anbetung fordert – durch übermäßigen Konsum und den Drang, ständig etwas kaufen zu müssen, was sich bis zur sogenannten Kaufsucht oder Shoppingsucht steigern kann. Heutzutage wird sogar das berühmte philosophische Zitat von René Descartes, „Ich denke, also bin ich“, umgewandelt in: „Ich kaufe, also bin ich.“ Eine Studie von ZDFheute hat ergeben, dass die Verschuldung junger Menschen in Deutschland zugenommen hat. Ein Fünftel der 14- bis 29-Jährigen hat finanzielle Schulden. Besonders anfällig für Überschuldung sind Jugendliche und junge Erwachsene, die stark durch Konsum und Impulskäufe beeinflusst werden – etwa beim Surfen in sozialen Medien, wenn sie auf vermeintlich „großartige“ Angebote stoßen. Mit diesem Einstieg möchte ich auf das Thema „Umgang mit Geld und Eigentum“ zu sprechen kommen: Welche Rolle spielen Geld und Eigentum in meinem Leben? Wie stehe ich zum Eigentum anderer? Und was ist das rechte Maß im Umgang mit Besitz? Schlägt man die Bibel auf, findet man zahlreiche Aussagen, die mit Geld und Besitz zu tun haben. Weisheit in der praktischen Lebensführung scheint eng damit verknüpft zu sein, wie wir mit Geld umgehen. „Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt, und wer Reichtum liebt, wird keinen Nutzen davon haben“ – so lesen wir im Buch Prediger 5,9. Auch in Sprüche 15,16 wird betont: „Besser wenig mit der Furcht des HERRN als ein großer Schatz, bei dem Unruhe ist.“ Vielleicht wird das Thema Geld deshalb so häufig in der Bibel behandelt, weil gerade in finanziellen Angelegenheiten entscheidende Fehler passieren können. Falsche Entscheidungen im Umgang mit Geld haben oft weitreichende Folgen: Von den Verfehlungen Achans oder Gehasis (Jos 7,20-27; 2 Kön 5,20-27) im Alten Testament bis zum Verrat des Judas (Mt 26,14–16) oder zur ersten schweren Krise in der Urgemeinde (Apg 5,1-11) – stets spielt Geld eine zentrale Rolle. Auch Jesus Christus hat auffällig oft über Reichtum und Besitz gesprochen. In der Bergpredigt etwa trifft er sehr radikale Aussagen (Mt 6,19-24), und der Evangelist Lukas beschreibt, wie Jesus Menschen beim Spenden beobachtet (Lk 21,1-4). Die neutestamentlichen Briefe betonen fast unisono, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit Geld ist – besonders für Gemeindeleiter (1 Tim 3,3; Tit 1,7; 1 Petr 5,2). Die zentrale Frage für alle Christen lautet also: Worauf setzen wir unser Vertrauen? Was gibt uns letzte Sicherheit? Was ist das entscheidende Argument bei unseren Entscheidungen? Der Hebräerbrief mahnt: „Seid nicht geldgierig und lasst euch genügen an dem, was da ist. Denn er hat gesagt: Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen.“ (Hebr 13,5) Geld kann auch unsere Beziehung zu Gott, zu unseren Nächsten und zu uns selbst beeinflussen. Jesus spricht dies direkt an, wenn er sagt: „Ihr könnt nicht Gott dienen und zugleich dem Mammon.“ (Lk16,13) Entweder hat Gott das Sagen – oder das Materielle. Das aramäische Wort Mammon bedeutet sinngemäß: „Das, worauf man vertraut.“ Es geht also um Vertrauen – wie zu einer Person. Und tritt uns Geld nicht oft genauso entgegen, als würde es uns zuflüstern: „Geld macht glücklich. Du brauchst nur ein bisschen mehr.“ Es will Herr sein – und uns zu Sklaven machen. Die Bibel bezeichnet Geldgier als Götzendienst, weil das Geld dem lebendigen Gott den Platz im Herzen streitig macht. Dazu passen biblische Aufforderungen wie: „Setzt eure Hoffnung nicht auf Reichtum, sondern auf Gott.“ (1 Tim 6,17) „Macht euer Leben nicht vom Geld abhängig, sondern von Gott.“ (Hebr 13,5) „Strebt nicht nach Reichtum, denn das widerspricht einem Leben im Glauben.“ (1 Tim 6,10) Ein tiefsinniger Gedanke findet sich bei Johannes Klimakos in seiner Himmelsleiter: „Der Anfang der Geldliebe hat den Vorwand der Barmherzigkeit zum Gegenstand, ihr Ende aber ist der Hass auf die Bedürftigen. Solange jemand anhäuft, ist er barmherzig. Ist jedoch Geld vorhanden, hat er die Hände verschlossen.“ (16,8) Diese Aussage kritisiert die scheinheilige Haltung mancher Menschen im Umgang mit Geld. Anfangs geben sie vor, aus Mitgefühl zu handeln – sie spenden oder helfen scheinbar selbstlos. Doch diese Großzügigkeit dient oft nur dem eigenen Vorteil oder dem Ansehen. Sobald sie […]

    …
  • Entflammt vom Geist: Über das göttliche Feuer in Herz und Dienst

    Liebe Mitbrüder im diakonalen und priesterlichen Dienst, liebe Christen! Seitdem die Menschheit das Feuer entdeckt und gelernt hat, im Alltag damit umzugehen – ob es nun, wie der Mythos sagt, von Prometheus als Geschenk zur Erde gebracht wurde oder durch einen Blitz entbrannte – hat sich die Lebensqualität unserer Vorfahren erheblich verbessert. Nicht nur das Kochen, Braten und Grillen des Gejagten wurde möglich, sondern gerade in den kalten und dunklen Jahreszeiten spendete die Flamme Wärme und Licht. Auch heute ist es kaum denkbar, ohne Feuer oder dessen Energie auszukommen. Das Feuer hat sich also von alters her als Segen für die Menschheit erwiesen – aber nicht nur. Denn wenn das Feuer außer Kontrolle gerät, kann es verheerende Folgen haben, ganze Landschaften in Asche legen, Verwüstung bringen, Leben zerstören. Man denke nur an die großen Waldbrände der letzten Jahre. Kurz vor dem Pfingsten möchte ich unseren Blick auf ein anderes Feuer lenken – auf das immaterielle Feuer. Was verbirgt sich hinter diesem geistigen Feuer, das gerade auch alle Christen, besonders Priesterkandidaten, Diakonen und Priester und Bischöfe so sehr benötigen? Was bewegt und befähigt den Menschen dazu, mit innerer Wärme und Licht erfüllt zu sein, ohne dabei zu verbrennen? Es ist jenes Feuer, von dem Jesus im Lukasevangelium spricht, das Feuer, das am Pfingsttag auf die Apostel herabkam. „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und wie bin ich bedrängt, bis sie vollzogen ist.“ (Lk 12,49f.) Dieses Feuer, das Jesus ersehnt, ist auch das, von dem Johannes der Täufer spricht: „Ich taufe euch mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich […]. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen!“ (Lk 3,16) Mit dem Herabkommen des Heiligen Geistes in Gestalt von Feuerzungen geht diese Verheißung in Erfüllung. Doch Jesu Worte – „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen“ – klingen zunächst bedrohlich. Man denkt sofort an Gericht, Strafe. Schließlich ließ der Herr „Schwefel und Feuer auf Sodom und Gomorra regnen“ (Gen 19,24), um das gottlose Treiben ihrer Bewohner zu beenden. Und in der Offenbarung des Johannes wird eines der Endgerichte als Feuer beschrieben, das über die Menschen kommt (Offb 16,8). Doch darum geht es Jesus nicht. Das Feuer, das er bringt, ist das Feuer der göttlichen Liebe – ein Feuer der Leidenschaft, das nicht zerstört, sondern verwandelt: Es schmilzt Härte und Kälte, entfacht Liebe und lässt Ängste vergehen wie Rauch. Wer sich davon entflammen lässt, erfährt wahres Leben – ja, ewiges Leben. Dieses geistige, göttliche Feuer, von dem Jesus spricht, ist die Liebe Gottes zu den Menschen, die Liebe des Schöpfers zu seinen Geschöpfen. Es ist eine Liebe, die den Menschen innerlich brennen lässt, ohne ihn zu verzehren. Alles, was der Mensch tut, ist letztlich nur Antwort auf diese ewige Liebe Gottes. Was also braucht es, damit der Mensch dieses Feuer empfangen und in sich tragen kann? Das Gebet ist es meiner Meinung nach und die Erfahrung der Kirche. Denn um ein wahrer Zeuge Jesu Christi zu sein, muss man – wie es in der Apostelgeschichte heißt – „die Kraft des Heiligen Geistes empfangen.“ (Apg 1,8) Ein leuchtendes Beispiel dafür geben uns die Apostel und die erste Gemeinde in Jerusalem[1]: Sie versammeln sich im Obergemach, genauso wie Jesus beim letzten Abendmahl. Sie versammeln sich dort und bleiben ständig da. Das Obergemach wird somit zum Ort der Begegnung, der Mahlgemeinschaft und des inständigen Gebets. Da die Apostel, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern (Apg 1,14) am gleichen Ort geblieben sind, und im Gebet verharrten, erfüllt sich das ganze Haus, am Gebetsort, mit himmlischen Brausen; es erscheint ihnen Zungen wie von Feuer und schließlich werden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt. (vgl. Apg 2,1-4) Bemerkenswert ist, dass auch der heilige Johannes Klimakos in seiner Himmelsleiter das Feuer als Bild für das Gebet verwendet – ein Gedanke, den ich im letzten Impuls bereits erwähnt habe. Das Gebet ist im Leben des Christen unverzichtbar – aber ohne das göttliche Feuer bleibt es leer. „Das Feuer, welches ins Herz herabkommt, läßt das Gebet erstehen. Ist dieses aber einmal auferstanden und in den Himmel aufgefahren, geht das Herabkommen von Feuer in das Obergemach der Seele vonstatten.“[2] (Himmelsleiter 28,47). Manche werden, so der hl. Johannes, von diesem Feuer „verbrannt“, weil sie innerlich noch nicht gereinigt sind – wie schon Gregor von Nazianz sagte. Andere hingegen werden durch das Feuer erleuchtet, weil sie geistlich gereift sind. Dieses Feuer kann sowohl als „verzehrendes Feuer“ (Hebr 12,25) wie auch als „erleuchtendes Licht“ (2 Kor 4,6) erfahren werden. Manche fühlen sich nach dem Gebet, als wären sie durch ein reinigendes Feuer gegangen – frei von innerem Schmutz. Andere erleben es als Erleuchtung, als würde ihnen ein Kleid der Freude angelegt. […][3] (Himmelsleiter 28,52) So erleuchtet, gereift und erfüllt vom Heiligen Geist waren die Apostel am Pfingsttag – wie es der rumänische Malermönch Gheorghe Ciobanu in seinem Fresko Herabkommen des Heiligen Geistes in der Kirche des hl. Johannes des Täufers in Bukarest eindrucksvoll dargestellt hat. Dieses Bild und einen begleitenden geistlichen Text möchte ich Ihnen zur Betrachtung mitgeben, besonders im Hinblick auf das kommende Hochfest Pfingsten. „Die Quelle des Geistes erschien den Erdenbewohnern und zerteilte sich geistig in feuerflammende Ströme und übergoss lichtstrahlend die Apostel mit Tau. Und zu einer Wolke von Tau wurde ihnen das Feuer und zu einer regenspendenden Flamme, die sie erleuchtete. Durch sie haben wir in Feuer und Wasser die Gnade empfangen. Des Trösters Licht ist erschienen und hat die Welt erleuchtet“ (Kathisma zu Pfingsten im Orthros). „Diese Tafel, die im äußeren Umschlag als Doppeltafel im Ausschnitt fünf Apostelgestalten zeigt, die, vom Pfingstgeist erleuchtet und erfüllt, auf das eigentliche Ziel der Geschichte, die Parusie des Herrn sehnsüchtig harren, gibt einen nahen Einblick in die Malweise, durch die der ganze Raum der Kirche gestaltet wurde. In jedem Einzelfeld wird die Malerei als räumliche Tiefe sichtbar. Eine dunkle Himmelszone, Wolken und Strahlungen, verschiedene Architekturen als Innen- oder Außenräume begleiten jeweils die Eindringlichkeit von Gestalten, in denen […]

    …
  • Die Himmelsleiter: Gebet, Schlaf, Gemeinschaftsgebete

    Liebe Mitbrüder im diakonalen, priesterlichen Dienst, liebe Kollegiaten! Zu Beginn des Sommersemesters 2025 wollen wir uns mit zentralen Themen im Leben eines Priesters auseinandersetzen – mit dem Gebet, dem Schlaf und den Gemeinschaftsgebeten. Was mir persönlich noch wichtiger geworden ist, ist unsere 17-tägige Studienreise nach Ägypten. Für die Lektüre unterwegs wählte ich das Buch des hl. Johannes Klimakos: Die Himmelsleiter. Nicht nur, weil ich dazu einen Vortrag halten sollte, sondern auch, weil ich mir schon lange vorgenommen hatte, dieses geistliche Werk nach Jahren endlich wieder zur Hand zu nehmen – und so ausdieser geistlichen Quelle zu schöpfen. Oft wird behauptet, dieses Werk sei überholt, unzeitgemäß oder nur für Mönche geschrieben. Natürlich lässt sich nicht alles wortwörtlich in unseren Alltag übertragen – und doch enthält  diese Schrift wertvolle Hinweise für alle, die geistlich leben wollen. Johannes Klimakos (ca. 575–650) war ein bedeutender Mönch und geistlicher Schriftsteller. In einer Zeit großer Umbrüche im Oströmischen Reich zog er sich als junger Mann ins Kloster auf den Sinai zurück und lebte als Einsiedler. Nach 40 Jahren wurde er Abt des berühmten Sinai-Klosters. Die Himmelsleiter schrieb er auf eine dringliche Bitte des Abtes des benachbarten Klosters von Raithu. Das Werk beschreibt den monastischen Weg – von der Entsagung bis hin zur Vollkommenheit in der Liebe. Dieser geistliche Pfad ist in 30 Stufen gegliedert, die in drei große Etappen fallen, wobei jede Stufe auf der vorhergehenden aufbaut: I. Bruch mit der Welt: Dieser ist kein Selbstzweck, sondern führt zur geistlichen Kindheit im Sinne des Evangeliums. Entscheidend ist die Rückkehr zur Reinheit des Herzens, wie Jesus sie lehrt. Klimakos sieht Unschuld, Fasten und Keuschheit als das Fundament eines geistlichen Neubeginns. II. Geistlicher Kampf gegen die Leidenschaften: „Alle, die den guten Kampf des Glaubens kämpfen (vgl. 1 Tim 6,12), der hart und schwierig ist, […] sollen wissen, dass sie gekommen sind, um sich in ein Feuer zu werfen, wenn sie es wirklich wünschen, damit das immaterielle Feuer in ihnen wohne.“ (1,18) III. Christliche Vollkommenheit: Sie wird in den letzten sieben Stufen beschrieben. Die Einsiedler (Hesychasten), die den inneren Frieden – die hesychía – gefunden haben, können diese erreichen. Diese Ruhe öffnet den Weg zum Gebet, das in zwei Formen existiert: dem körperlichen Gebet und dem „Gebet des Herzens“, auch bekannt als Jesusgebet. Leider habe ich es nicht geschafft, das ganze Buch während der Reise zu lesen – aber einige Kapitel habe ich in Hinblick auf mein eigenes Leben besser verstanden. Gerne würde ich mit Ihnen über die Inhalte aller 30 Stufen sprechen – aber das würde den Rahmen sprengen, und Sie würden mich vermutlich zumindest in Gedanken wieder in die ägyptische Wüste schicken. Das anfangs erwähnte Thema aus dem 18. Kapitel der Himmelsleiter lohnt sich jedoch ein wenig auszuführen. Der heilige Johannes beschreibt den Schlaf als natürlichen Bestandteil unseres Lebens, als Bild des kommenden Todes und als Ruhe der Sinne. Wer sonst, wenn nicht die Kranken-Versicherungskasse, die von Ihrem Stipendium profitiert, sorgt sich um Ihre Gesundheit und erinnert Sie deshalb mit den folgenden Worten: „Schlaf ist kein Luxus, sondern eine absolute Notwendigkeit. Der Körper braucht ihn als Ruhepause. Im Schlaf läuft der Körper auf Sparflamme, Herzschlag und Blutdruck sinken. Gleichzeitig werden Stoffwechselprozesse wie unser Zucker- und Fettstoffwechsel optimiert, in den Zellen laufen Reparaturprozesse ab, und das Immunsystem wird gestärkt.“[1] Doch wo liegt die goldene Mitte des gesunden Schlafs? Denn zu viel wie zu wenig Schlaf ist gleichermaßen ungesund. Johannes Klimakos vergleicht übermäßiges Schlafen mit übermäßigem Trinken – beides wird zur Gewohnheit. Wer sich vormittags regelmäßig wieder ins Bett legt, riskiert, seinen Alltag durcheinanderzubringen. Anstrengung und Disziplin sind nötig, so Klimakos, um eine schlechte Gewohnheit zu überwinden. Besonders anschaulich wird es, wenn er schreibt: Sobald die geistliche Posaune – also das morgendliche Wecksignal – ertönt und sich die Brüder zum Gebet versammeln, wachen auch unsere unsichtbaren Feinde auf. Sie schleichen sich ans Bett und flüstern: „Bleib noch ein wenig im Bett, bis die einleitenden Hymnen vorbei sind, dann kannst du ja in die Kirche gehen.“ Unsere heutige „geistliche Posaune“ ist meist ein Smartphone-Wecker – unser ständiger Begleiter und Helfer, aber leider auch eine willkommene Ausrede für die Schlummertaste. Es braucht Überwindung, sich aus dem Bett zu erheben und mit Freude in den Tag zu starten. Ein Kreuzzeichen, ein Lächeln oder ein Stoßgebet können dabei helfen. Auch in der Gemeinschaft ist das nicht immer leicht, so der. hl. Johannes Klimakos. Einige Mönche bleiben absichtlich im Bett, bis die ersten Hymnen abgeschlossen waren, um dann (vielleicht während der Prozession unauffällig) in die Kirche zu schleichen – so, als wären sie von Anfang an da gewesen. Andere wiederum schlafen in der Kirche ein. Manche lassen sich von Hungergefühlen oder Gesprächen ablenken, andere versinken in unzüchtige Gedanken oder lehnen sich an die Wand, als ob sie erschöpft wären. Manchmal fallen Sie auch durch vielfaches Gähnen auf. Einige von ihnen verursachen während des Gebetes oft Gelächter, um damit Gott zum Zorn zu bewegen. Manche beeilen sich beim Vorlesen aus reiner Oberflächlichkeit, andere singen übertrieben langsam, um sich selbst zu gefallen. Wieder andere bewegen beim Gebet die Lippen gar nicht – ihr Mund ist verschlossen und schwer zu öffnen (18,3). Wer aber mit dem Herzen beim Gebet bleibt und vor Gott selbst zu stehen glaubt, wird zu einer unerschütterlichen Säule, ohne von jemandem verspottet zu werden. Es ist in der Gemeinschaft allen möglich, zusammen zu beten. Das einsame Gebet dagegen ist nur die Sache sehr weniger. Bringst du Lobpreisungen in Gemeinschaft mit vielen dar, wirst du nicht gleichzeitig geistig beten können. Als Beschäftigung deines Geistes sollte dir die Betrachtung der gesungenen Worte dienen oder ein festgelegtes Gebet, solange der nächste Vers gesungen wird. Es geziemt sich nicht, während des Gebetes eine andere Beschäftigung zu suchen oder eine andere Tätigkeit durchzuführen (18,5f.). Abschließend sagt hl. Johannes ein weises Wort: „Im Kamin wird das Gold geprüft, im Gebet aber der Eifer und die Liebe…“ (18,7). Wie zur Ausrüstung eines Soldaten Gegenstände gehören, mit denen er kämpfen kann, so gehört das Gebet zur geistlichen Ausrüstung eines Christen und noch mehr eines Priesters. Das Gebet ist eine „Mauer […]

    …
  • Tiefe Symbolik vom Brot, Wein und Öl

    Wenn wir im Supermarkt oder in der Bäckerei Brot kaufen, machen wir uns keine Gedanken darüber, wie dieses Brot zubereitet wurde. Wenn wir im Supermarkt eine Flasche Wein kaufen und diese zu einem feierlichen Anlass öffnen, denken wir auch nicht darüber nach, wie der Wein entstanden ist. Ähnlich verhält es sich, wenn wir eine Flasche Olivenöl kaufen. Die meisten Menschen heutzutage denken wohl kaum darüber nach, welche und wie viel Arbeit in der Herstellung dieser Produkte steckt. Brot, Wein und Öl gehörten auch zurzeit Jesu zur Grundnahrung der Menschen. Diese drei lebenserhaltenden Produkte aus dem Alltag waren auch Jesus sehr wichtig, er aß das Brot, trank den Wein und verwende das Öl sowohl zum Essen, aber auch für andere Zwecke. Die Evangelien sind voller Erzählungen von Brotvermehrung (Mk 6,30-34; 8,1-10; Joh 6,1-15), Weinherstellung (Mk 12,1-12; Joh 15,1-17) oder Salbungen mit Öl (Lk 10,33; Mk 14,3-9; Joh 12,1-8). In den drei Bildern von Brot, Wein und Öl bzw. in der Art und Weise ihrer Herstellung, können wir deutliche Analogien zu Leben, Wirken, sowie zu Passion und Tod Jesu erkennen. Als Erstes wenden wir uns dem Brot zu bzw. dessen Entstehungsabläufen, angefangen mit einem Weizenkorn bis zur Bereitstellung auf dem Esstisch. Stellen wir uns Folgendes vor: COr: Rostyslav Myrosh Wenn ich zu Ihnen sagen würde, dass dieses grüne Gewächs, das ich gerade in der Hand halte, ein Brot sei und Sie das essen sollten, würden Sie meine Einladung mit Sicherheit ablehnen Sie würden vielleicht sagen, dass nur die Tiere das Gras fressen wollen, aber keineswegs der Mensch. Wenn ich zu ihnen sagen würde, dass diese Weizenkörner Brot seien, und Sie es essen sollten, wären Sie auch nicht bereit dazu mit der Begründung dass die Hühner gerne Weizenkörner picken, ein Mensch aber nicht. Wenn ich Sie aber einladen würde, das gebackene Brot, das duftet und sehr gut schmeckt zu essen, würden Sie sicher meiner Einladung zustimmen. Doch bevor man vom Brot genießen kann, muss es zunächst zubereitet werden: ein winziges Weizenkorn muss mehrere Wachstums- und Reifungsstadien durchlaufen: Es muss in fruchtbare Erde gesät werden, es braucht viel Sonnenlicht und Wasser sowie passende Wetterbedienungen und es vergehen mehrere Monate bis zur Ernte. Dann muss es gedroschen, gereinigt, gemahlen und gebacken werden. Es ist sehr viel Arbeit, Fleiß, und menschliche Mühe erforderlich, bevor ein Stück Brot auf den Tisch kommt. Das Brot, das wir im Supermarkt oder in der Bäckerei kaufen, ist wichtig für die Erhaltung unseres Daseins auf dieser Erde. Das Brot, um das wir auch täglich im „Vaterunser-Gebet“ bitten, weist schließlich auf DEN hin, der uns versichert, dass er selbst das Brot des Lebens ist (vgl. Joh 6,35): Jesus Christus: das gedroschene, gemahlene und gebackene Brot, das in der Eucharistie auf dem Altar dargebracht, geopfert und gewandelt werden muss, um anderen zu schmecken, um mit anderen in Gemeinschaft zu sein, um den anderen das Leben zu ermöglichen. „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben (Joh 6,51). Warum sagt Jesus, dass er das Brot ist? Sah er im Prozess der Brotzubereitung Parallelen zum seinen eigenen Leben und zu seinem Auftrag? Was will er uns damit sagen? Einer, der im ländlichen Gebiet groß geworden ist und mit damaligen landwirtschaftlichen Abläufen vertraut war, hat bestimmt den ganzen Entstehungsprozess beobachten können und für sich darin einen tiefen Sinn erkannt. Er ist das Weizenkorn: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.“ (Joh 12,24 ). Doch bevor dieses in die Erde geworfene Weizenkorn den Halm mit Ähren bekommt, wird es oft nur für ein grünes Gras gehalten, ohne dass man erahnen könnte, was sich darin verbirgt. Auch Jesus wurde von seinen Angehörigen nicht erstgenommen, die ihn mit Gewalt nach Hause bringen wollten und gesagt hatten, er sei von Sinnen (Mk 3,21). Von Pharisäern und Schriftgelehrten wurde er ausgelacht, als ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder bezeichnet! (vgl. Lk 7,31-34; Mt 11,16-19). Er, der das geknickte Schilfrohr nicht abbrechen wird, wie es bei Jesaja heißt (42,3) wird von anderen ähnlich wie ein Grashalm mit Füßen zertreten und missachtet. Doch damit nicht genug, der Prozess der Brotzubereitung geht weiter: Wenn die Erntezeit kommt, müssen die Ähren gesammelt und gedroschen, gereinigt, gesiebt und zu Mehl gemahlen werden und schließlich im Backofen gebacken werden. Durch all die Arbeitsvorgänge, in denen dem Weizenkorn Gewalt angetan wird, entsteht das kostbarste, ja es entsteht ein Mittel zum Leben. Das Weizenkorn muss seine Leidensgeschichte durchlaufen, das ist der einzige Weg, um zu Brot zu werden, zu Brot, von dem sich andere sättigen und neue Kraft bekommen können. In Analogie zu diesem Bild vom Weizenkorn geht auch Jesus seinen Weg: ER, der Weizen in Person und das wahre Brot: er geht den Weg des Leidens, Ihm, dem Unschuldigen wird Gewalt angetan, er wird verspottet, gegeißelt und gekreuzigt. Er geht diesen Weg allein aus Liebe zu uns. Er will Dir und mir das Leben in Fülle schenken. Er will für Dich und mich das Brot sein, mit dem wir uns jeden Tag sättigen können. COr: Rostyslav Myrosh Jedes Mal, wenn wir die Eucharistie feiern, erfüllen wir seinen Auftrag, in dem wir das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit auf den Altar bringen, damit es uns zum Heil gereiche. Wir bringen auch den Wein, der ebenfalls zahlreiche Arbeitsvorgänge durchlaufen muss, um aus der Traube zum Wein zu werden. Ich bin das Brot – sagt Jesus wie damals auch heute. Was will er damit sagen? Ich denke, dass wir uns dieses starke Bild immer vor Augen halten müssen, wenn wir zum Beispiel das Essen einnehmen. Jesus lädt Dich und mich ein in seine Nachfolge. Sehr oft gibt es Situationen im Leben, in denen wir meinen, das , was gerade geschieht sei unwichtig, es sei sehr klein wie ein Weizenkorn, es sei lächerlich…Situationen, in denen wir dennoch Gefahr laufen Mut und Hoffnung zu verlieren: alles, was man tut, scheint sinnlos zu sein. Manchmal sprosst dann jedoch das Weizenkorn […]

    …
  • „Aufsteige mein Gebet“

    Aufsteige mein Gebet wie Weihrauch vor Dein Angesicht, meiner Hände Erhebung sei ein Abendopfer.Aufsteige mein Gebet wie Weihrauch vor Dein Angesicht, meiner Hände Erhebung sei ein Abendopfer. Vers: Herr, ich ruf zu Dir, erhöre mich; o merke auf meine Stimme, wenn ich zu Dir rufe!Aufsteige mein Gebet wie Weihrauch vor Dein Angesicht, meiner Hände Erhebung sei ein Abendopfer. Vers: Setze Wächter vor meinen Mund, o Herr, und vor das Tor meiner Lippen setze eine Wache!Aufsteige mein Gebet wie Weihrauch vor Dein Angesicht, meiner Hände Erhebung sei ein Abendopfer. Vers: Neige mein Herz nicht zu bösen Dingen, dass ich nicht frevelnd ruchlose Taten vollbringe!Aufsteige mein Gebet wie Weihrauch vor Dein Angesicht, meiner Hände Erhebung sei ein Abendopfer. Vers: Aufsteige mein Gebet wie Weihrauch vor Dein Angesicht,meiner Hände Erhebung sei ein Abendopfer. Es singen Oleksandr Petrynko und die Sänger des COr. Eichstätt – Collegium Orientale Aufnahme/Mixing/Mastering: Hans-Michael Routschka „Haus der Kirchenmusik“ des Bistums Eichstätt Videoaufnahme und Schnitt: Rostyslav Myrosh https://youtu.be/FEd6TFfxNKI

    …
Pneumatikos

Pneumatikos

… lasst euch vom Geist entflammen und dient dem Herrn! (Röm 12, 11)

Information

  • Hauptseite
  • Impulse
  • Vorträge
  • Media
  • Über mich

Über mich

Geboren am 23. April 1985 in Lypiwka, Ukraine. Griechisch-katholischer Priester und Wissenschaftler. Theologiestudium in Ukraine und Deutschland. Promotion an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt über Apologetik im Lukasevangelium. Aktuell Spiritual des Collegium Orientale in Eichstätt.

August 2025
M D M D F S S
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031
« Juli    

Pneumatikos.de

Für die Entstehung dieser Homepage gilt mein aufrichtiger Dank Prof. em. Michael Schneider SJ, meiner Familie, der Familie Klee und Priester Volodymyr Kliuiko.

© 2025 Pneumatikos | | To the top ↑