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Dr. Ivan Kachala, griechisch-katholischer Priester, Spiritual und geistlicher Begleiter, Ehemann und Familienvater
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Pneumatikos

Pneumatikos

… lasst euch vom Geist entflammen und dient dem Herrn! (Röm 12, 11)

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II. Liebe vor und nach der Hochzeit

Categorized in: Без категорії Posted on: September 16, 2024 Last updated on: September 16, 2024 Written by: admin Comments: 0
Bei meinem letzten Impuls habe ich angedeutet, dass es noch weitere Steine in der Lebensgeschichte Jakobs zu finden gibt, auf die wir heute Abend eingehen wollen. Warum bleibe ich bei diesem Thema? – könnte sich vielleicht der eine oder andere…
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I. Liebe vor und nach der Weihe

Categorized in: Без категорії Posted on: September 16, 2024 Last updated on: September 16, 2024 Written by: admin Comments: 0
Alles fließt (panta rhei), ist ein Ausdruck und eine Erfahrung der griechischen Philosophen. Alles bewegt sich fort und vergeht. Kaum hat das Sommersemester begonnen, als man mit den Gedanken vielleicht schon bei den Prüfungen ist: Ihr Sprachkursstudenten, ihr denkt schon…
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Der hl. Apostel Johannes

Categorized in: Без категорії Posted on: September 12, 2024 Last updated on: September 12, 2024 Written by: admin Comments: 0
Als nächstes führen wir uns vor Augen den Apostel der Liebe Johannes. Den Evangelien entnehmen wir, dass er einer der Zwölf war und aus einer galiläischen Fischerfamilie stammte. Er gehörte zum engsten Kreis Jesu und wird öfters an zweiter Stelle,…
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Impulse

  • Geistliche Freundschaft: Menasikone

    Liebe Mitbrüder im diakonalen und priesterlichen Dienst, liebe Schwester und Brüder, Ägypten – ein Land nicht nur der Pharaonen, sondern auch der ersten Christen, reich an Tradition, tiefem Glauben und Mönchstum. Es ist sehr schön und erfreulich, dass wir im Collegium Orientale einen Studenten haben, der eine lebendige Brücke zu dem Land schlägt, aus dem die vorliegende Ikone stammt. Im Gegensatz zum vorherigen Thema „Klerikalismus“, das eher negativ beladen war, bin ich als Spiritual und als geistlicher Begleiter inzwischen überzeugt, dass es einem Priester möglich ist, in geistlicher Freundschaft mit den Gläubigen, mit der ihm anvertrauten Gemeinde und mit einzelnen Menschen verbunden zu sein. Wie dies gelingen kann und welche Rolle heilige Bilder im geistlichen Leben spielen können, lässt sich anschaulich anhand einer koptischen Ikone verdeutlichen. Seit fast zehn Jahren hatte ich den Wunsch, eine solche Ikone anfertigen zu lassen und in meinem Büro an der Wand aufzuhängen. Nun ist dieser Wunsch endlich in Erfüllung gegangen. Die Ikone „Christus und Abbas Menas“, auch als „Ikone der Freundschaft“, zählt zu den bedeutendsten Werken der koptischen Kunst. Sie entstand im 6. Jahrhundert n. Chr. und wurde im Jahr 1900 vom französischen Ägyptologen Jean Clédat bei Ausgrabungen des Apollon-Klosters von Bawit aufgefunden. Vermutlich war sie ursprünglich für eine Wandnische bestimmt, wie es häufig in den Kapellen ägyptischer Klöster der Fall war. Das Original wird heute im Louvre in Paris aufbewahrt. Durch die Begegnungen von Taizé ist die Darstellung vielen Menschen noch bekannter geworden. Nun möchten wir diese Ikone genauer betrachten, um wichtige Aspekte für unser Leben zu gewinnen. Es sind zwei Menschen nebeneinander abgebildet, Christus und Abt Menas (†295), einer der beliebtesten heiligen der koptischen Kirche in Ägypten. Die Beschriftung rechts und links am oberen Bildrand verrät, wer auf dem Bild dargestellt ist: Abt Menas, bezeichnet als „Vater“ und rechts Jesus Christus, bezeichnet als „ΣΩΤΗΡ“, der Retter. Zwei Männer, ein älterer und ein jüngerer, stehen eng beieinander und blicken gemeinsam nach vorn. Die etwas größere Gestalt auf der rechten Seite ist Christus. Liebevoll hat er seinen rechten Arm um Menas gelegt; seine Hand ruht auf dessen Schulter. Die Initiative zu dieser Geste geht von Jesus aus. Sie drückt geistliche Nähe, tiefe Verbundenheit und Freundschaft aus. Zugleich ist sie ein Zeichen der Ermutigung und Stärkung – eine Geste, die Kraft schenkt und Zuversicht vermittelt. Christus und Menas schauen einander dabei nicht an. Ihre Blicke sind nach vorn gerichtet. Sie stehen sich nicht gegenüber und umarmen sich auch nicht wie ein Liebespaar. Vielmehr erinnert die Szene an einen großen Bruder, der dem Jüngeren die Hand auf die Schulter legt, ihm Rückhalt gibt und ihm Mut zuspricht. Diese Ikone ist reich an Symbolen, die auch für alle Christen wegweisend sein können. Besonders auffällig sind zunächst die großen Heiligenscheine, die die Häupter beider Figuren umgeben. Der Heiligenschein Christi ragt dabei etwas hervor und wird zusätzlich durch das Erlösungszeichen des Kreuzes hervorgehoben. Dieses Kreuz leuchtet in hellen Farben und verweist auf das innere Licht der Erlösung, das von Christus ausgeht. In seinem linken Arm hält Jesus ein kostbares, reich verziertes Evangeliar. Es steht für das Wort Gottes, für das Evangelium, die Frohbotschaft, ja für die aufgeschriebene Geschichte seines Lebens. Dieses Buch erzählt davon, was Jesus lehrte und tat, wofür er lebte und schließlich sein Leben hingab. Auch jeder von uns trägt seine eigene Lebensgeschichte in sich – mit ihren vielen Facetten, mit reichen Schätzen an Erfahrungen, mit Höhen und Tiefen, Erfolgen und Herausforderungen. Für Menas bestand die große Aufgabe darin, sein Leben am Evangelium auszurichten und in Christus zu bleiben. Als Christ, Mönch und Abt in einer heidnisch geprägten Umgebung bemühte er sich, dieses Ideal glaubwürdig zu leben und zu verwirklichen. Auch wir sind aufgerufen, nicht müde zu werden, in Christus zu bleiben – als Menschen, als Christen und als Diakone und Priester. Denn er selbst hat uns verheißen: „Bleibt in mir und ich bleibe in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt“ (Joh 15,4). Wer in Christus bleibt, findet Halt und Orientierung. Aus dieser lebendigen Verbindung erwachsen Kraft, Hoffnung und die Fähigkeit, Frucht zu bringen – für das eigene Leben und für die Menschen, die uns anvertraut sind. Auffällig ist auch, dass Christus und Menas keine Schuhe tragen. Barfuß zu gehen kann beschwerlich und schmerzhaft sein, besonders auf einem holprigen Weg. Dennoch richten beide ihren Blick nicht auf den Boden vor ihren Füßen, sondern in die Ferne. Ihre Augen sind auf ein Ziel ausgerichtet, das über den gegenwärtigen Augenblick hinausweist. Das Barfußsein besitzt dabei eine vielschichtige Symbolik. Es steht einerseits für Einfachheit, Leichtigkeit und Armut, andererseits für Bodenständigkeit und Wirklichkeitssinn. Wer barfuß geht, spürt den Boden unmittelbar unter sich und ist auch „geerdet“. Trotz aller Unebenheiten stehen Christus und Menas fest auf dem Boden. In der Freundschaft mit Jesus ist Menas bereit, aufzubrechen, neue Wege zu gehen, sich senden zu lassen und sich ganz in den Dienst Gottes zu stellen. Besonders eindrucksvoll sind auch die Augen Jesu. Sie sind weit geöffnet – die Augen eines Meisters und Wegkenners. Sie strahlen Klarheit, Entschlossenheit und innere Ruhe aus. Sein Blick wirkt zugleich wachsam und liebevoll. Auch die Augen des Menas sind weit geöffnet, doch sie scheinen fragend in die Ferne zu schauen, als suchten sie nach etwas, das noch vor ihnen liegt. Dennoch ist sein Blick nicht unruhig oder rastlos. Zugleich scheint er nach innen gerichtet zu sein, als ruhe er in einer tieferen Gewissheit. Bei Jesus und mit Jesus findet Menas Ruhe, Halt und Erholung. Gut sichtbar sind auch die Ohren des Menas, die ihn als einen Hörenden aufweisen – als einen Menschen, der auf Gottes Wort lauscht und sich von ihm formen lässt. Zugleich ist er einer, der den Segen weitergibt und zum Segen für andere wird. Aus dieser altehrwürdigen Ikone und ihrer reichen Symbolsprache können auch wir wertvolle Impulse für unser Leben gewinnen. Die Christusfreundschaft, zu der sie uns einlädt, beginnt mit der Bereitschaft, die eigene Unvollkommenheit anzunehmen – ja, sie im Licht der göttlichen […]

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  • Klerikalismus

    Liebe Schwester und Brüder, wenn wir Worte hören, die mit „-mus“ enden, kommen uns unterschiedliche Gedanken und Bilder in den Sinn, die sowohl positiv als auch negativ sein können. Viele dieser Wörter stammen aus dem Griechischen oder Lateinischen und beschreiben häufig Ideologien, Denkweisen, Systeme oder wissenschaftliche Begriffe. In einer solchen Bezeichnung selbst steckt oft bereits das Programm oder die Verabsolutierung einer bestimmten Gruppierung und ihrer Weltanschauung. Aus dem Griechischen stammend und ebenfalls auf „-mus“ endend ist auch der Begriff „Klerikalismus“, der in den letzten Jahren nicht nur innerhalb der Kirche, sondern auch in der Gesellschaft fast immer negativ belegt ist. Was ist „Klerikalismus“? Wie manifestiert er sich? Kann man in den orientalischen und östlichen Kirchen oder etwa in einem Priesterseminar vom Klerikalismus sprechen? Aus dem Griechischen stammend, bedeutet das Wort κλῆρος ursprünglich so viel wie „Scherbe“ oder „durch das Los zugefallener Anteil oder Erbteil“[1]. Seine heutige theologische Bedeutung als „erwählter Priesterstand“ knüpft an das erste Kapitel der Apostelgeschichte an, in dem beschrieben wird, wie Matthias durch Losentscheid zu den Zwölf bestimmt wird (Apg 1,17: τὸν κλῆρον τῆς διακονίας ταύτης). Im Plural bezeichnet κλῆροι die Hirten, denen die Herde anvertraut ist (1 Petr 5,3). Erst Anfang des 4. Jahrhunderts, nach der Konstantinischen Wende, wurde dem Klerus ein privilegierter Stand zugesprochen. Der Begriff „Klerikalismus“ stammt ursprünglich aus der Politik.[2] Er beschreibt das Eingreifen des Klerus in politische Angelegenheiten, obwohl Kirche und Staat eigentlich getrennt sein sollten. Dabei versuchte der Klerus, seinen geistlichen Einfluss auch auf politische Macht auszuweiten. Besonders deutlich zeigte sich der Klerikalismus im Mittelalter, zum Beispiel im Investiturstreit und später im Anspruch des Papstes, die höchste Führung über die gesamte christliche Welt zu besitzen. Dass Klerikalismus immer ein Thema war und bleiben wird, zeigt sich im Verlauf der Kirchengeschichte bis heute. Papst Benedikt XVI. wies zum Beispiel beim Abschluss des Priesterjahres 2010 darauf hin, dass der Klerikalismus „in allen Jahrhunderten und auch heute eine Versuchung für die Priester“ sei und ermutigte Priester zu einer eucharistisch geprägten Spiritualität. Auch Johannes Paul II. verstand unter „Klerikalismus“ vor allem ein Machtdenken statt einer Dienstbereitschaft sowie als eine Spaltung zwischen Priestern und dem Volk Gottes. Insgesamt widmeten jedoch beide Päpste einem solchen Phänomen keine besondere Aufmerksamkeit. Papst Franziskus aber erklärte den Kampf gegen den Klerikalismus, der nichts zu tun habe mit dem Christentum. Heute wird Klerikalismus überwiegend rein kritisch verstanden, nämlich als Ausdruck einer übersteigerten Macht- und Einflussstellung nicht so sehr oder nicht mehr in Politik und Gesellschaft, sondern eher innerhalb der Kirche bzw. innerhalb der kleinen und großen Gemeinden. Überall da, „wo Besserwisserei herrscht, Kritik abgewiesen, von oben herab moralisiert oder ein salbungsvoller, sich allzu beflissen »hingebender« Paternalismus zur Schau gestellt wird“[3], da ist Klerikalismus am Werk. Was ist also die Treibkraft für so ein Streben innerhalb der Kirche, das im Widerspruch zu den Worten Jesu steht, der nicht gekommen ist, „um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.“ (Mk 10,45) Ähnlich wie Jesus, der vom Teufel versucht wurde „alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht bekommen zu können“ (vgl. Mt 4,8-9), erliegen auch Diakon, Priester oder Bischof einer ähnlichen Versuchung zur Macht, nicht zuletzt zur moralischen oder geistlichen Machtausübung. Diese wird im Namen Jesu gesprochen, eigentlich im Namen dessen, der an seiner göttlichen Macht nicht festhielt, sondern sich selbst entäußerte und wurde ein Mensch wie wir (Phil 2,6-7). Was ist also das Faszinierende an der Macht? Die Versuchung zur Macht wirkt oft so stark, weil Macht scheinbar leichter erreichbar ist als wahre Liebe.[4] Es scheint einfacher, andere zu beherrschen, als ihnen mit Liebe zu begegnen. Schon seit dem Sündenfall steht der Mensch in der Gefahr, Liebe durch Macht zu ersetzen und selbst „wie Gott“ sein zu wollen. Jesus stellte alldem die Frage entgegen: „Liebst du mich?“ und widerstand dieser Versuchung konsequent – von der Wüste an bis hin zum Kreuz. Dennoch suchen Menschen häufig eher nach Ansehen und Einfluss und neigen dazu, die Macht über die Liebe zu stellen und lieber andere zu beherrschen, als sich führen zu lassen. Kein Wunder ist es also, dass jeder Mensch, unabhängig von seiner Stellung und Position, der Versuchung zur Macht ausgesetzt wird. Herrschen, anstatt zu dienen betrifft also alle Bereiche des menschlichen Lebens. Da die Kirche inzwischen vom Staat getrennt ist, verlagerte sich diese Versuchung zur Macht innerhalb der Kirche in vielen Facetten. Einerseits spricht man zumindest in Westkirche vom „theologischen Klerikalismus“, der dort droht, „wo der Priester ohne Grund seinen »Ort« nur im Gegenüber zur Gemeinde sucht, sich dort »profiliert« und dabei vergisst, dass sein Spezifikum im handlungs-bezogenen Dienst an der Gemeinde besteht und nicht im Suchen »geistlicher Selbstbefriedigung« durch Verwirklichung seiner priesterlichen Befugnisse.“[5] Andererseits entwickelte sich im Gegensatz dazu eine „klerikalistische Konzelebration“[6], die dazu führt, dass die Eucharistiefeier als „Schlachtfeld“ benutzt wird, wo und wie sich ein Priester oder mehrere Priester aufhalten sollen: am Altar oder im Volk Gottes? Ob der Klerikalismus in den orientalischen und östlichen Kirchen präsent ist, lässt sich nur vermuten, da, wie oben beschrieben, alle Menschen der Versuchung zur Macht erliegen können. Einige Aspekte einer solchen Macht werden wahrscheinlich der Gehorsamspflicht gegenüber den Oberen geschuldet, vieles hängt aber auch von dem Pflichtbewusstsein und Verantwortlichkeit derer ab, die im Gegenüber zu den Vorgesetzten stehen. Unter Papst Franziskus wurde, zumindest in der Ukraine, dieses Thema öffentlich diskutiert[7], so dass es auch Eingang gefunden hat im Seelsorgeplan 2030 der UGKK: „Die Hoffnung, zu der uns der Herr ruft“.[8] Da die Versuchung zur Macht und die Neigung zum Klerikalismus nicht mit der Weihe beginnen dürfte, lohnt es sich in aller Vorsicht einen Blick auf die Zeit davor zu werfen, auf das Milieu, in dem künftige Seminaristen groß werden und gesellschaftliche Entwicklungen, die ihre Sichtweise stark beeinflussen können. In seiner Programmschrift Evangelii gaudium geht der Papst Franziskus ausführlich auf „Versuchungen der in der Seelsorge Tätigen“ (Nr. 76-109) ein und warnt vor der „spirituellen Weltlichkeit“ (Nr. 93-97). Den Gedanken des Papstes wird im Folgenden Raum gegeben, um herauszufinden, was Anzeichen für den späteren Klerikalismus sein können. Versuchung zur Bequemlichkeit: die heutige Jugend ist in ihrem Denken eher auf die Bequemlichkeit ausgerichtet. Alles bequem vom […]

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  • Pastoraler Dienst und seine Regeln

    Liebe Mitbrüder im diakonalen und priesterlichen Dienst, liebe Schwester und Brüder, der Herr ist mein Hirte – dieses Bild zieht sich durch die ganze Bibel. Schon im Alten Testament vertraut Jakob Gott als seinem Hirten (Gen 48,15), und Psalm 23 spricht vom tiefen Vertrauen zu Gott: Der Herr ist mein Hirte. In Jesus Christus wird dieses Bild für uns konkret. Er bezeichnet sich selbst als der gute Hirte, der seine Schafe kennt, sie liebt und sogar sein Leben für sie hingibt (Joh 10,1ff.). Seine Fürsorge ist bedingungslos; er geht dem verlorenen Schaf nach und freut sich, als es gefunden ist. (Lk 15,3-7.) Die Ämterliste in Eph 4,7-16 nennt das Hirte-Sein als ein Amt, das aus der Gnade Christi fließt. 1 Petr 5,1-4 fordert von den Ältesten die Eigenschaften des Guten Hirten ein und ermahnt sie, für die ihnen anvertraute Herde Gottes zu sorgen. Sie sollen dabei ihre Herde nicht zu etwas zwingen, sondern sie in Freiheit führen. Die Leiter der Gemeinden sollen nicht in die eigenen Taschen wirtschaften, sondern aus Neigung und mit Leidenschaft ihren Dienst tun. Den Leitern der Gemeinden soll es nicht nur um Wolle und Fleisch der Schafe gehen. Wenn dann der oberste Hirt erscheint, werden sie den nie verwelkenden Kranz der Herrlichkeit empfangen. Der Dienst der Ältesten hat das Ziel, dass alle „tot seien für die Sünden und für die Gerechtigkeit leben“ und „zum Hirten und Bischof [ihrer] Seelen“ heimkehren“ (1 Petr 2,24-25). Im Laufe der Kirchengeschichte blieb das Bild vom „pastor bonus“ kennzeichnend für alle Dienstämter der Kirche. Ein Mosaik vom Guten Hirten im Mausoleum der Kaiserin Galla Placidia in Ravenna aus dem 5. Jh. zeigt fast programmatisch die wichtigsten Merkmale dieser Hirtenaufgabe. Über der Türe auf der Innenseite des Raumes sitzt Jesus Christus auf einem treppenartigen Stuhl, hält mit der linken Hand das Kreuz als Hirtenstab fest, mit der rechten Hand aber berührt liebevoll ein Schaf, sein Blick jedoch richtet sich in die Weite. Auch das Zweite Vatikanische Konzil spricht mit großer Selbstverständlichkeit vom Hirtenamt der Bischöfe und der Priester. Das Dekret „PRESBYTERORUM ORDINIS“ sagt über den dreifachen Dienst des geweihten Nachfolger Christi Folgendes: Sie sind Lehrer, Priester und Hirten und nehmen am Priestertum Christi, des obersten Lehrers, Priesters und Hirten teil. „Die Priester üben entsprechend ihrem Anteil an der Vollmacht das Amt Christi, des Hauptes und Hirten, aus. Sie versammeln im Namen des Bischofs die Familie Gottes, die als Gemeinschaft von Brüdern nach Einheit verlangt, und führen sie durch Christus im Geist zu Gott dem Vater. […] In der Auferbauung der Kirche müssen die Priester allen, nach dem Beispiel des Herrn, mit echter Menschlichkeit begegnen. Dabei sollen sie sich ihnen gegenüber nicht nach Menschengefallen verhalten, sondern so, wie es die Lehre und das christliche Leben erheischt.“ (PO 6) […] Die Hirtenaufgabe beschränkt sich aber nicht auf die Sorge für die einzelnen Gläubigen, sondern umfasst auch wesentlich die Bildung einer echten christlichen Gemeinschaft. Dieser Geist der Gemeinschaft muss, um recht gepflegt zu werden, nicht nur die Ortskirche, sondern die Gesamtkirche umfassen.“ (PO 6) „Als Lenker und Hirten des Volkes Gottes werden sie von der Liebe des Guten Hirten angetrieben, ihr Leben für ihre Schafe hinzugeben, auch zum höchsten und letzten Opfer bereit nach dem Beispiel jener Priester, die auch in unserer Zeit nicht gezögert haben, ihr Leben zu opfern […].“(PO 13) Was das Konzil in den 60-Jahren definiert und erklärt hatte, hat seine Gültigkeit bis heute. Nun aber sieht die Realität manchmal anders aus. Die Prieser von heute können einerseits in ihrem dreifachen Dienst an eigene Grenzen kommen, weil die Schafe ihnen bei der Verkündigung nicht zu hören, nur sporadisch an der Liturgie teilnehmen und ihnen als Hirten nicht folgen wollen. Durch das zunehmende Konsumdenken und Servicedenken in der Gesellschaft wird der Priester vielerorts als Dienstleister verstanden, durch den die religiösen Bedürfnisse der Menschen befriedigt werden sollen, und zwar auf Nachfrage. Vor dem Hintergrund dieser „modernen Welt“, in der sie nicht mehr als „Hirten“ wahrgenommen werden, können die Priester Gefahr laufen, sich an diese Sichtweise zu gewöhnen mit der Folge, dass sie sich selbst nur noch als Dienstleiter verstehen. Dementsprechend könnte ihr ganzes Tun gewinnorientiert werden in dem Sinne, dass sie ihre Handlungen als Hirten vorrangig mit einem Geldwert bewerten. Franz Kamphaus (1982-2007 Bischof von Limburg) beschreibt diese Entwicklung auf markanteste Weise: „Sie [Priester als Hirten] sind im Wesentlichen damit beschäftigt, ihr eigenes Schäfchen ins trockene zu bringen. […] Sie denken nur ans Scheren und Schlachten. Sie überlegen, wie man die anderen ausnehmen kann. Sie sind auf Wolle und Fleisch aus. Sie mästen ihre Herden, um mehr Wolle und Fleisch zu bekommen, immer mehr, immer mehr! Schließlich verdienen sie auch noch am Fell. Hirten dieser Art gibt’s genug unter uns. Der Stallgeruch unserer Gesellschaft verrät sie.“[1] Was trägt dann im pastoralen Dienst einen Priester? Was hat Bestand, dass er auf den hohen Wellen des Lebens nicht zugrunde geht oder nach der Strömung des Zeitgeistes schwimmt? Und schließlich was sind die Regeln eines pastoralen Dienstes, die einem Priester als Verkehrszeichen dienen können? Denn wer heute über die Sache des christlichen Glaubens, Gott, Kirche, Sakramente zu reden versucht, wird sehr bald das Fremde und Befremdliche einer solchen Kommunikation verspüren. Lieber redet man über allbekannte Themen wie Wetter, Urlaubsplanung oder Politik in der Welt. In seinem Buch „Einführung in das Christentum“ brachte Joseph Ratzinger[2] dieses Thema auf den Punkt und verwies auf die bekannte Erzählung von Kierkegaard über den Clown im brennenden Dorf. Diese Geschichte sagt, dass ein Reisezirkus in Dänemark in Brand geraten war. Der Direktor schickte daraufhin den Clown, der schon zur Vorstellung gerüstet war, in das benachbarte Dorf, um Hilfe zu holen, zumal die Gefahr bestand, dass über die abgeernteten, ausgetrockneten Felder das Feuer auch auf das Dorf übergreifen würde. Der Clown eilte in das Dorf und bat die Bewohner, sie möchten eiligst zu dem brennenden Zirkus kommen und löschen helfen. Aber die Dörfler hielten das Geschrei des Clowns ledig für einen ausgezeichneten Werbetrick, um sie möglichst zahlreich in die Vorstellung zu locken; sie applaudierten und lachten bis zu Tränen. Dem Clown war mehr zum Weinen […]

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  • Die innere Einstellung zum Studium

    Liebe Mitbrüder im diakonalen und priesterlichen Dienst, liebe Schwester und Brüder, Foto: uoj.org.ua „nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,20) lesen wir im Galaterbrief. Mit diesem Zitat wollen wir unseren Stillen Abend im Sommersemester 2026 beginnen. Was haben diese Worte des hl. Apostels Paulus mit unserem heutigen Thema „Die innere Einstellung zum Studium“ zu tun? Innerlichkeit und Studium – zwei Aspekte unseres Daseins im Collegium Orientale. Ohne innere Einstellung, ohne Gebet und ohne eine höhere Motivation im Theologiestudium wird das Lernen an der Universität für alle Beteiligten sehr mühsam sein. Um nicht dem besten Dogmatiker ähnlich zu werden, der zwar über enormes Wissen über Gott verfügt, ihn aber nicht anbeten kann, bedarf es nicht nur einer „Arbeitstischtheologie“, sondern einer knienden Theologie – einer Theologie, die das Leben des Forschenden verwandelt und erfüllt. Vor diesem Hintergrund bietet sich der Apostel Paulus als ein gutes Beispiel zur Nachahmung für alle Christen an, insbesondere für Seminaristen, Diakone und Priester: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“ Eigener Fleiß und Eifer, unterschiedliche Strategien und Taktiken während der Missionsreisen sowie seine Fähigkeit, anderen Mitarbeitenden zu vertrauen – all dies ist nur eine Seite der Medaille. Die andere ist die Christuserscheinung, die Begegnung mit dem Auferstandenen, die sein Leben existenziell verändert, geprägt und erfüllt hat. Paulus gehörte nicht zu den Zwölf, aber wegen seiner Berufung durch Christus (Gal 1,15) ist er der Apostel geworden.[1] Er wurde etwa 10 n. Chr. geboren und wuchs in Tarsus auf. Sein jüdischer Name war Saulus (Apg 13,9). Von seinem Vater hatte er das römische Bürgerrecht geerbt. Als gebildeter Pharisäer und zugleich Christenfeind hatte er mit Eifer das Judentum verteidigt und seine Gegner verfolgt. Später wurde er durch göttliche Berufung zum Heidenapostel. Als Nachfolger Christi begann er sein Wirken im nabatäischen Arabien, in Syrien und Zilizien. Sein Fuß betrat den Boden Zyperns, Kleinasiens, Mazedoniens, Griechenlands und er plante eine große Missionsreise über Italien bis nach Spanien. Nach seiner Verhaftung in Jerusalem wurde er, da er römischer Bürger war, nach Rom gebracht. Dort verkündigte er das Evangelium, bis er in den Sechzigerjahren von den Römern hingerichtet wurde. Paulus als gebildeter und von Christus berufener Apostel ermutigt auch uns, mit dieser „beidseitigen Medaille“ das Sommersemester 2026 zu beginnen. Damit wir nicht selbst zu einer einseitigen Medaille werden, bemühen wir uns im Collegium Orientale, das geistliche Leben nicht zu vernachlässigen, indem wir gemeinsam Gottesdienste feiern, zur Beichte gehen, die Heilige Schrift lesen und meditieren sowie geistliche Gespräche führen. All dies bildet einen Rahmen, der jedoch ohne die innere Einstellung und den Willen eines jeden nur ein Rahmen bleibt. Ein solcher Rahmen kann etwa als Zaun oder als Oase verstanden werden: Im ersten Fall beschränkt der Zaun die scheinbare Freiheit, setzt Grenzen und wird als Belastung empfunden; im zweiten Fall hingegen entfaltet sich die Person und kann sich in dieser Oase glücklich schätzen, so dass der Rahmen als Segen empfunden wird. Unser ΟΔΗΓΗΤΗΡ[2] (Wegweiser für das Geistliche Leben im Collegium Orientale) entfaltet diese Thematik ausführlich und macht deutlich, dass der Theologiestudent nicht nur nach dem suchen soll, was die Professoren in den Vorlesungen anbieten, sondern vor allem nach dem, was Gott ihm selbst zu offenbaren und über die Menschen von heute zu sagen hat. Hierzu bedarf es des Eintritts in den Dialog mit dem Wort der Heiligen Schrift, mit der Lehre der Kirche und vor allem mit Christus selbst, wie es nach einem bekannten Wort von Evagrios Pontikos heißt: »Wenn du Theologe bist, dann bete wirklich; und wenn du wirklich betest, bist du Theologe.«[3] Gleiches betont Johannes Chrysostomus: »Zuerst ist das Gebet da, dann kommt das (theologische) Wort«, wie sich auch die Apostel zunächst und vor allem dem Gebet und dem Dienst am Wort widmeten (Apg 6,4). Die Suche nach Gottes Willen für heute vollzieht sich im »Kämmerlein« des eigenen Herzens und ebenso im Mitvollzug kirchlichen Lebens. Dazu führt Johannes Chrysostomus weiter aus: »Du kannst auch zu Hause beten, du kannst dort aber unmöglich so beten, wie in der Kirche. Du wirst von Gott, wenn du allein betest, nicht so erhört, wie wenn du mit deinen Brüdern betest. Denn hier ist etwas mehr vorhanden: die Einheit im Denken und in der Rede, das Band der Liebe und das Gebet der Priester.«[4] »Das Gebet ist zum Ziel geführte Theologie. Im Gebet bleibt der Gläubige nicht bei einer bloßen Spekulation über Gott oder über den Glauben hängen, vielmehr erfährt er dabei die Manifestation der göttlichen Energie, d.h. der Kraft Gottes, die auf das Gebet antwortet und im Menschen den Durst nach Gebet vermehrt, so dass ihm die Erfahrung von Gottes Heilshandeln in seiner ganzen Tragweite zuteilwird.«[5] Um zu einem solchen Gebet zu finden, bedarf jener, der die Theologie studiert, auch der Umkehr und Reinigung: »Ja mehr noch: der Theologe muss sich darum bemühen, die für die orthodoxe Kirche so charakteristische Spiritualität möglichst vollkommen zu erfahren und zu erleben. Alle Väter der Kirche waren der Meinung, dass niemand sich Gott verstehend nähern kann, ohne sich vorher von seinen Begierden gereinigt zu haben.«[6] In der Tat, das Studium der Theologie wie auch das geistliche Mühen gehören zusammen, da ohne Umkehr keiner zur Erkenntnis und Weisheit Gottes gelangt. Begierden und Leidenschaften führen nur zu ständiger Beschäftigung mit sich selbst, weshalb die Befreiung hiervon zugleich höchste Sensibilität für die anderen bedeutet. Darum muss jener, der in der Erkenntnis der Theologie vorankommen möchte, zunächst gegen die eigenen Leidenschaften angehen. Nur so wird er immer feinfühliger für jene Tugend, die mit der höchsten menschlichen Vollkommenheit gleichzusetzen ist und die in der Liebe zu Gott und zum Nächsten besteht. Die höchste Gottähnlichkeit erlangt der Mensch aber im Gebet, in ihm vereinigt er sich mit Gott und ebenso mit allen Menschen. Die Gebetpraxis ändert auch seinen Lebensstil. Hierzu heißt es bei Gregor von Nazianz: »Willst du Theologe und Gottes würdig werden? Dann veredle deine Lebensart; erringe die Reinheit durch Reinigung; halte die Gebote; reinige dich zuerst selbst, dann erst nahe dich dem Reinen!«[7] Doch Gregor von Nyssa fügt aus eigener Erfahrung gleich hinzu: »Die Theologie ist ein hoher Berg, der schwer […]

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  • Zorn und Sanftmut: Umgang mit Lastern und Tugenden

    Screenshot In der Großen Fastenzeit erklingt in den Gottesdiensten der byzantinischen Tradition immer wieder das eindringliche Bußgebet des heiligen Ephräm des Syrers († 373): „Herr und Gebieter meines Lebens, den Geist des Müßiggangs, des Kleinmuts, der Herrschsucht und der Geschwätzigkeit gib mir nicht! Den Geist der Lauterkeit, Demut, Geduld und Liebe verleihe mir, Deinem Diener. Ja, Herr und König, lass mich meine eigenen Sünden recht erkennen und nicht meinen Bruder verurteilen, denn gepriesen bist Du in Ewigkeit. Amen.“ In diesen wenigen Worten entfaltet sich ein geistliches Programm für die Zeit der Vorbereitung auf das Osterfest. Das Gebet benennt Laster, die das Herz verengen, und Tugenden, die es weiten und verwandeln. Es lädt den gläubigen Menschen ein, das eine zu meiden und das andere einzuüben – nicht nur äußerlich, sondern in der Tiefe des eigenen Inneren. Doch darüber hinaus dürfen wir fragen, welche weiteren Laster und Tugenden unser geistliches Leben prägen oder gefährden. Eines davon ist der Zorn, den die Psychologie als Aggressivität beschreibt, und ihm entgegensetzte Tugend die Sanftmut. Über diese beiden wird im Folgenden nachgedacht, besonders im Hinblick auf die Schriften der Wüstenväter. Was ist der Zorn? Wo liegen seine Wurzeln? Und schließlich: Wie ist mit ihm umzugehen? Doch bevor wir damit beginnen, lade ich Sie ein, darüber nachzudenken: Wann war ich das letzte Mal zornig und warum? Zornig kann ich zum Beispiel werden, wenn ich mich nach zwei Wochen Ferien wieder an den Arbeitstisch setze, den Laptop öffne und es wage, an einem Portfolio, einer Magister-, Lizentiatsarbeit oder einer Promotion zu schreiben. Schnell stelle ich fest, dass ich nicht genau weiß, wie es weitergehen soll. Nach einer Stunde oder kurz vor dem Mittagessen sind meine Ideen am Ende. Langsam schleicht sich Unmut ein, ich werde zornig, und mit diesem Zorn gehe ich zum Mittagessen, an dem ich keine Freude empfinde. Alles, was mir entgegenkommt, alles, was mir gesagt wird, ärgert mich – und mein Zorn wächst: Am liebsten würde ich mich in mein Zimmer einschließen, niemanden mehr sehen und das Studium beenden. Aus meinem eigenen Studium kann ich mich bis heute an eine Situation erinnern, in der ich sehr zornig war – eine Situation, aus der ich aber viel gelernt habe. Eine Woche lang arbeitete ich an einem Kapitel für meine Lizentiatsarbeit. Es waren etwa fünf Seiten korrigierten Textes, auf die ich sehr stolz war. Doch durch technische Probleme meines Computers waren diese Seiten plötzlich spurlos verschwunden, denn ich hatte diese Datei nicht anderswo gespeichert. Zorn, erfasste mich Wut und schließlich Traurigkeit – so sehr, dass ich diesen alten Laptop am liebsten aus dem Fenster geworfen hätte. Im Nachhinein war dies eine Lektion für meine zukünftige Arbeit, für die ich bis heute dankbar bin: Seither speichere ich wichtige Dokumente immer auf zwei verschiedenen Speichermedien. Was ist also der Zorn, von dem wir sowohl in der malabarischen als auch in der byzantinischen Liturgie sprechen: „Lasst uns unsere Seelen von Zorn und Feindschaft reinigen“, „Dass Er uns bewahre vor aller Trübsal, vor Zorn, Not und Bedrängnis, lasst uns beten zum Herrn.“ Wut (ὀργή) und Zorn (θυμός) gehen meist zusammen. Deshalb sprechen die Wüstenväter vom Jähzorn, versuchen dabei aber dennoch, diese beiden Regungen zu unterscheiden. „Wut ist ein Verlangen nach Rache, Rache aber ist Vergeltung von Bösem.“[1] „Zorn ist der Ansturm des Begehrens in der friedlichen Seele, die vor allem auf Rache sinnt.“ Im Volksmund sagen wir oft, jemand „koche vor Wut“. Die Wut macht die Seele den ganzen Tag unruhig und wild. Vor allem aber reißt sie den νοῦς[2](nach G. Bunge „Intellekt“, nach M. Schneider „der innere Mensch“) während des Gebets mit sich fort, indem sie das Gesicht dessen vor Augen stellt, der mich beleidigt hat oder den ich beleidigt habe. Zorn und Wut haben gleichsam primäre und sekundäre Ursachen sowie entsprechende Folgen.[3] Eine primäre Ursache kann zum Beispiel ein erlittenes Unrecht sein: eine wirkliche oder eingebildete Beleidigung, eine ungerechte Verleumdung, ein unbegründeter Tadel oder sogar Verfolgung und Schläge. Das Erlittene erzeugt Zorn und Wut, die nach Rache verlangen. Wenn dieses Racheverlangen nicht gestillt werden kann, stellen sich dann Kummer und das Gefühl der Frustration ein. Der erregte Zorn treibt den Betroffenen jedoch auch zu Taten, die in anderen dieselben Regungen hervorrufen, etwa Lüge und falsches Zeugnis, Schmähungen, lautes und unwilliges Geschrei, Verdächtigungen, das Verlangen, dem anderen etwas Beleidigendes zu schreiben, die Weigerung zur Versöhnung und vieles mehr. Kurz gesagt: Der Zorn drängt dazu, „Böses mit Bösem zu vergelten. Eine sekundäre Ursache des Zorns, der hier als Folge einer anderen Leidenschaft erscheint, ist der Hochmut. Denn die Allmachtsphantasien der Überheblichen zerbrechen oft an der Weigerung der anderen, sich ihnen zu unterwerfen. Diese Frustration erzeugt Wut und Groll, auf die sogar noch Schlimmeres folgen kann, nämlich Irrsinn und Wahnvorstellungen. Eine weitere verbreitete sekundäre Ursache des Zorns sind die Begierden, etwa das Verlangen nach Besitz und Reichtum. Diese können Hass auf jene hervorrufen, die diesem Streben im Wege stehen. Für die Wüstenväter gilt ein Grundsatz, der lautet:[4] „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen“ (Mt 5,8). Um die Reinheit des Herzens bemühen sich die Väter ein Leben lang, sie ist das Ziel ihres Suchens und Strebens. Wie dies im Einzelnen geschieht, beschreiben die Mönchsväter im sogenannten »Lasterkatalog«, zu dem auch der Zorn gehört. Die Dämonen in ihrem Wirken rufen nämlich im Menschen nicht nur diverse Gedanken (logismoi) hervor, sondern auch ganz bestimmte Fehlhaltungen, die »Laster«. Hinter jedem Laster steht ein Dämon. Meist werden acht Laster aufgezählt: Völlerei, Unzucht, Habsucht, Traurigkeit, Zorn, Trägheit, Ruhmsucht und Stolz. Die Geschichte des Lasterschemas ist erstmals von Evagrios Pontikos (*345-†399) überliefert und sie beginnt weder mit Aufteilung auf sieben noch mit der Rede von Hauptsünden. Der Lasterkatalog ist der bekannteste in der abendländischen Tradition seit Gregor dem Großen (†604) und gilt als Katalog der sieben Hauptsünden. Ähnliche Lasterreihen sind bereits in der Stoa sowie in den paulinischen Briefen[5] zu finden, aber in ihrer heutigen Form wurden sie erstmal, wie bereits erwähnt, bei den ägyptischen Mönchen überliefert. Auch der heilige Johannes Cassian (†435) liegt mit seinem Lasterkatalog nahe bei dem von Evagrios, obwohl […]

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  • Die Anfänge der Diakonie: Vom Erzdiakon Stephanus bis zum Erzdiakon Laurentius

    Viktor Emil Frankl (*1905 – † 1997) der berühmte Psychologe und Erfinder der Logotherapie stellt die Frage nach dem Sinn des menschlichen Lebens und Daseins. In seinen Aufsätzen betont er immer wieder, dass der Sinn der menschlichen Existenz außerhalb des Menschen liegt. Der Mensch als Subjekt kann sich selbst nicht zum Objekt der Betrachtung machen. Der Mensch braucht etwas außerhalb von sich und wenn er in diesem seinen Sinn entdecken kann, findet er die Erfüllung seines Daseins. Frankl vergleicht dies mit einem Teleskop. „Mit dessen Hilfe lassen sich alle Planeten der Sonne beobachten, mit einer einzigen Ausnahme: Ausgenommen bleibt der Planet Erde selbst. Ähnlich ergeht es uns Menschen mit aller Erkenntnis: Alle Erkenntnis, ist an einen Standort gebunden. Wo jedoch der Standort des Menschen ist, kann kein anderer Gegenstand sein, und so kann denn auch das Subjekt nie in vollendeter Weise sein eigenes Objekt werden. […] Zum Wesen des Menschen gehören das Hingeordnet- und Ausgerichtetsein, sei es auf etwas, auf jemanden, oder auf eine Idee. Der Mensch [als Folge seiner Freiheit hat eine Verantwortung, auch für sich selbst und er] ist […] nicht da, um sich selbst zu beobachten und sich selbst zu bespiegeln: sondern er ist vorwiegend dazu da, um sich auszuliefern, sich preiszugeben, erkennend und liebend sich hinzugeben“.[1] Auch ein Bumerang ist für Frankl ein Beispiel, das das oben Gesagte noch besser auf den Punkt bringt. „Im Gegensatz zur irrtümlichen Annahme, der Bumerang kehre auf jeden Fall zum Jäger zurück, tut er es nur, wenn er das Ziel nicht erreicht, die Beute nicht getroffen hat. Genau so sind gerade die Menschen, die so sehr um Selbstverwirklichung bemüht und bekümmert, die auf der Suche nach Sinn frustriert auf sich selbst zurückkommen, sich auf sich selbst zurückbeugen, sich selbst »reflektieren« […].“[2] Mit dieser kurzen Anleitung von einigen Zitaten von Frankl möchten wir im Folgenden in drei Schritten vorgehen. Zuerst betrachten wir die Texte aus Apostelgeschichte 6,1–8 und versuchen, daraus die Intention des Evangelisten Lukas zu erschließen – besonders im Hinblick auf unseren Dienst in der Kirche. Anschließend nehmen wir den 1. Timotheusbrief mit seinem Anforderungskatalog für das Amt des Diakons in den Blick. Drittens soll das Wirken und Leben des heiligen Erzdiakons Laurentius kurz beschrieben werden. Frankl ist der Ansicht, dass der Mensch seinem Wesen nach auf etwas ausgerichtet und hingeordnet sein soll, das außerhalb seiner selbst liegt. In diesem Licht lässt sich auch der Dienst des Diakons verstehen: als ein Dienst, in dem er nicht sich selbst dient, sondern anderen – oder dem ANDEREN. Ein Dienst am Wort, am Altar und an der Liebe. Wie aber verstand die erste Gemeinde diesen Dienst? Dazu werfen wir einen Blick in die Apostelgeschichte. Die Wahl der Sieben 1 In diesen Tagen, als die Zahl der Jünger zunahm, murrten die Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Versorgung (ἐν τῇ διακονίᾳ) übersehen wurden. 2 Da riefen die Zwölf die ganze Schar der Jünger zusammen und erklärten: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und uns dem Dienst an den Tischen (διακονεῖν τραπέζαις) widmen. 3 Brüder, wählt aus eurer Mitte sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit (μαρτυρουμένους ἑπτά, πλήρεις πνεύματος καὶ σοφίας) ihnen werden wir diese Aufgabe übertragen. 4 Wir aber wollen beim Gebet und beim Dienst am Wort bleiben. 5 Der Vorschlag fand den Beifall der ganzen Gemeinde und sie wählten Stephanus, einen Mann, erfüllt vom Glauben und vom Heiligen Geist (πλήρης πίστεως καὶ πνεύματος ἁγίου), ferner Philippus und Prochorus, Nikanor und Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia. 6 Sie ließen sie vor die Apostel hintreten und diese legten ihnen unter Gebet die Hände auf. 7 Und das Wort Gottes breitete sich aus und die Zahl der Jünger in Jerusalem wurde immer größer; auch eine große Anzahl von den Priestern nahm gehorsam den Glauben an. Wer waren also diese sieben Männer? Diakone? Welchen Sinn erfüllten sie in der Gemeinde? Doch bevor auf diese Fragen eingegangen wird, wollen wir in aller Kürze einen Blick auf die historische Situation werfen. Im frühen Christentum wird das Wort „dienen“ mit großer Freude aufgenommen. Schon die ältesten Schriften – die vier Evangelien, die Paulusbriefe und der 1. Petrusbrief – sprechen davon. Das zeigt, wie stark die ersten Christen auf soziale Fragen und auf die Bedürfnisse von armen oder schwachen Menschen achteten. Im älteren Judentum – auch im griechisch-sprachigen – war dieser Begriff noch nicht üblich. Dass er im Neuen Testament erscheint, zeigt also den Übergang des Christentums in die griechisch-sprachige Welt. Nach dem Markusevangelium wird das Prinzip des Dienens sogar zum Maßstab für Aufgaben in der Gemeinde: „Wer der Erste sein will, soll der Diener aller sein“ (Mk 10,43–45). Auch die Apostelgeschichte (Apg 6) greift diese Idee auf. Lukas betont, dass die Diakonie – also der praktische Dienst – eng mit den zwölf Aposteln verbunden ist. Damit spricht er auch die heidenchristlichen Gemeinden an, denen praktische Hilfe besonders wichtig war. Durch seinen Bericht gibt Lukas diesen sozialen Bemühungen große Bedeutung und Anerkennung. Wie andere Autoren des Neuen Testaments verknüpft Lukas den sozialen Dienst eng mit dem Wirken des Heiligen Geistes. Gerade dort, wo stark von himmlischen oder geistlichen Dingen gesprochen wird, steht zugleich die menschliche Not im Mittelpunkt. Heiliger Geist, Gnade und geistliche Gaben sind im frühen Christentum eng mit sozialem Engagement verbunden. Ein Blick in 1 Petr 4 und 1 Kor 12 zeigt: Nach Apg 6 ist der Heilige Geist die Grundlage für alle Dienste – für die Zwölf in Apg 2 und auch für die Sieben in Apg 6,2. Nach Apg 6 gibt es zwei Formen des Dienstes: Dienst an den Tischen (Versorgung der Armen) und Dienst am Wort Gottes (Gebet und Verkündigung) Beides ist Diakonie, verstanden als Dienst innerhalb einer vom Geist erfüllten Gemeinschaft. Auch 1. Kor 12 betont Paulus zuerst die Gabe des Heiligen Geistes und spricht ebenfalls von „Diakonie“. Zusätzlich verwendet er das Wort „Charisma“ für alle geistlichen Gaben. An erster Stelle stehen dort die Gaben des Wortes (Weisheit und Erkenntnis), was wiederum gut zu Apg 6 passt. Auffällig ist jedoch, dass soziale Dienste wie […]

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  • Priestertum: Wenn Berufung zum Beruf wird…

    „Priestertum: Wenn Berufung zum Beruf wird…“ ist das Thema unseres heutigen „Stillen Abends“. Was ist Berufung und was ist Beruf? Worin unterscheiden sich beiden Begriffe? Jeder Mensch auf dieser Erde hat eine Berufung zum Leben. Die Frage ist nur, ob jeder Mensch dieses eine Leben als Berufung versteht. Jeder Mensch hat eine Berufung zum Glauben, die Frage ist nur, ob jeder an Gott glaubt oder vielleicht an sich selbst, an Schicksal, an höhere Instanz(en). Jeder Mensch hat darüber hinaus eine Berufung zum Dienst, sei es in einer Familie, sei es in der Gesellschaft, sei es in der Kirche. Die Frage ist nur, ob er sich dessen bewusst ist. Berufung zu haben, heißt nicht automatisch nach der Berufung zu leben. Man kann sich auch der Berufung verschließen und daraus nur einen Beruf machen, in dem die materielle Lebensgrundlage verdient wird, ohne Bezug auf die Person selbst und ihr Umfeld. Manche Bäcker und Metzger üben ihren Beruf voller Leidenschaft und Hingabe aus, aber kann es eine „Berufung“ sein, Brot zu backen oder Fleisch zu verkaufen? Wo ist aber der Unterscheid zwischen einem Metzger und einem Priester? Der Unterschied liegt darin, dass der Metzger sich nicht unbedingt identifizieren muss mit dem, was er tut. Sein Job hat keine Konsequenzen auf sein Leben und umgekehrt. Bei einem Künstler verhält sich das aber schon anderes, denn seine Kunstwerke sollten von ihm sprechen, von seinem Leben und seiner Weltsicht. Noch anders verhält es sich bei einem Priester. Um nicht bloß kirchlicher Jobber zu werden, bedarf die Verkündigung des Wortes Gottes seiner geistlichen Lebensführung. Der Priester stellt seine religiösen Dienste den Menschen nicht „zur Verfügung“, oder bietet sie etwa Kauf an, sondern der Priester soll in seinem Leben das umsetzten, was er verkündet, was selbst glaubt und was er bei der Weihe empfangen hat. Mit anderen Worten wird er nur dann glaubwürdig, wenn sein Tun mit seiner Lebensführung übereinstimmt, denn seine Berufung verlangt vom ihm Hingabe, Leidenschaft und brennende Liebe. „In der Heiligen Schrift ist immer wieder davon die Rede, daß und wie Gott dem Menschen seinen Willen kundtut und ihn beruft. Diese Berufungsberichte der Bibel können den Eindruck entstehen lassen, daß Gottes Ruf den Menschen eher von außen, »vom Himmel herab«, trifft. [Doch es gibt auch andere Erfahrung], daß nämlich Gott den Menschen auch – bzw. meistens sogar – »von unten«, und zwar durch die Ereignisse und Dinge seines Lebens beruft, so daß der Mensch erfährt, wie eng Gottes Berufung mit seinem Leben zusammenhängt. Darin zeigt sich ein spezifisches Verständnis von Berufung, daß nämlich der Mensch in der Gesamtheit seiner Bestimmungen als ein Ruf Gottes verstanden werden darf: Er bekommt nicht den Ruf Gottes, er ist Ruf Gottes!“ Das Finden des Willens Gottes bleibt eng mit dem Sich-Einlassen auf die eigene Lebenslinie verbunden und setzt Teil- und Vorfragen voraus: Wer bin ich? Wo liegen meine Fähigkeiten und Stärken, meine Grenzen und Schwierigkeiten? Welche Aufgaben und Verpflichtungen habe ich? Nur wer sich hier genau kennt und weiß, was er will, wird wissen, was Gott von ihm verlangt.[1] Die meisten werden diesen Gedanken wohl auch bestätigen können, dass sie keine Erscheinung oder Vision hatten, in der ihnen gesagt wurde, Du sollst Priester werden! Du musst ins Priesterseminar, Du musst ins Collegium Orientale nach Eichstätt. Wenn wir also von unserer persönlichen Berufung sprechen, denken wir öfters an verschiedene Situationen, Lebensereignisse, vielleicht Lebenskrisen, aber insbesondere an Menschen, die dazu beigetragen haben, den inneren Ruf Gottes gespürt und seine Stimme entdeckt zu haben. Diesem Ruf zu folgen und auf diese Stimme zu hören ist eine lebenslange Aufgabe, an der ein Priester immer arbeiten muss. Diese innere Stimme kann man auch als das Wirken des Heiligen Geistes in uns nennen, die unser Herz nicht in Ruhe lässt und zu weiteren Schritten motiviert. Ein Leben mit Gott bedarf der täglichen Umkehr und Neuorientierung in allem, was uns im Glauben verheißen ist. Nur einer, der seine Berufung und sich selbst als Ruf Gottes versteht und dieses wiederrum als kostbaren Schatz in »irdenen« und »zerbrechlichen« Gefäßen (vgl. 2 Kor 4,7) zu tragen vermag, wird inneren Frieden, Trost und Erfüllung finden in dem, was er tut, auch im Hinblick auf seine Schattenseite und verschiedene Lebenskrisen, da »der äußere Mensch aufgerieben wird, der innere Mensch wird Tag für Tag erneuert« (vgl. 2 Kor 4,16).[2] Der hl. Karl Borromäus (*1538 – †1584) hebt hervor in einer Predigt seinen Zuhörern: „Sag nichts anderes, als was du wirklich tust“. André Louf[3] (*1929 – † 2010) ein belgischer Theologe, Trappist zeigt das Gemeinte am Umgang mit geistlichen Idealen. Am Anfang des geistlichen Weges sind viele voller Begeisterung. Sie wollen schnell und großzügig auf den Ruf Gottes antworten und bereit sein, Opfer zu bringen, um ein guter und vollkommener Jünger zu werden. Geistliche Bücher und Übungen werden gelesen und reflektiert. Sie streben nach Vollkommenheit an und wollen gleich den geistlichen Fortschritt von sich selbst haben. Man übt sich in Selbstverleugnung, Demut, Gehorsam, selbstloser Liebe und großem Einsatz. Dabei versucht man, persönliche Probleme und Hindernisse zu überwinden. Auch das Leben mit anderen Menschen, etwa in einer Gemeinschaft, trägt dazu bei: Brüderlichkeit, Hingabe, Einsatzbereitschaft und Hilfsbereitschaft werden erwartet. Oft weckt das – bewusst oder unbewusst – den Wunsch, den eigenen Idealen möglichst perfekt zu entsprechen. Wer geistliche Begleitung hat oder mit einem Abt oder Rektor spricht, möchte vielleicht als „demütiger“ Novize oder Seminarist erscheinen, als jemand, bei dem alles gut läuft, der keine Fragen oder Schwierigkeiten hat und über dessen Erfolge sich alle freuen können. Das wirkt beruhigend und zufriedenstellend – für beide Seiten. Doch dieses Ideal der Vollkommenheit hat meist wenig mit den wirklichen Bedürfnissen und Erfahrungen eines Menschen zu tun. Probleme, Schwächen, Unsicherheiten, Ängste und Fragen werden verdrängt. Sie dürfen nicht mehr bewusst werden. Dadurch geht sehr viel innere Kraft verloren. So ein Mensch ist zwar freundlich und brav, aber innerlich bleibt alles blass und kraftlos. Oft zeigt sich das auch körperlich: Kopfschmerzen, Magen- und Rückenbeschwerden, Kreislaufprobleme oder häufige Erkältungen. Ein Mensch, der so lebt, hält an gut gemeinten Idealen fest, kann aber seinen eigenen Wünschen, Sehnsüchten und persönlichen Neigungen keinen […]

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… lasst euch vom Geist entflammen und dient dem Herrn! (Röm 12, 11)

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Geboren am 23. April 1985 in Lypiwka, Ukraine. Griechisch-katholischer Priester und Wissenschaftler. Theologiestudium in Ukraine und Deutschland. Promotion an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt über Apologetik im Lukasevangelium. Aktuell Spiritual des Collegium Orientale in Eichstätt.

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Für die Entstehung dieser Homepage gilt mein aufrichtiger Dank Prof. em. Michael Schneider SJ, meiner Familie, der Familie Klee und Priester Volodymyr Kliuiko.

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